Tinder – durch Matches zum Traumpartner

Die mobile Dating-App „Tinder“ entstand im Jahre 2012 durch die Verbreitung auf dem Campus der University of Southern California. „Tinder“, auf Deutsch „Zunder“ wurde Stand 2013 von 60 Prozent der Nutzer täglich verwendet – von vielen Nutzern sogar mehrmals täglich.

Besonders bei jungen Menschen total im Trend

Junger manLaut einer Studie (Quelle: Journal of business and media psychology) ist die Dating-App „Tinder“ besonders bei jungen Menschen sehr beliebt. Die meisten von ihnen sind zwischen 18 und 35 Jahren alt und nutzen die App hauptsächlich für den Zeitvertreib, aus Neugier, als Hilfsmittel um Geborgenheit zu finden, um zu kommunizieren, Menschen kennenzulernen, zum Flirten und Verlieben und um in Sachen Sex fündig zu werden. Das Journal veröffentlich, dass Bömelburg, ein deutscher Historiker im Jahre 2015 schätzte, dass zu diesem Zeitpunk weltweit 30 Millionen Menschen Tinder nutzten. Davon waren 2 Millionen Nutzer in Deutschland lebend und täglich kamen insgesamt 8 000 neue Nutzer hinzu.

Übersicht
Erscheinungsjahr2012
Mitglieder weltweit30 Millionen
Mitglieder in Deutschland2 Millionen
Mitglieder AlterDie meisten sind zwischen 18 und 35 Jahren alt

So funktioniert die Dating-App

Tinder hat die Besonderheit, dass die App mit dem Facebook-Profil des Flirtenden arbeitet. Durch das Profil bei Facebook erhält Tinder alle Informationen des Users und wertet das Profil aus um Vorschläge für potentielle Partner machen zu können. Insbesondere der Wohnort des Users wird hier berücksichtigt und bei der Suche nach Flirt-Partnern als Basis genommen. Auch die Anzahl von gemeinsamen Freunden und Interessen hilft bei der Suche.

„Matches“ ist das Prinzip – das heißt, dass jeder Nutzer der App Partnervorschläge erhält und diese angezeigte Person bewerten muss. Es gibt die Möglichkeit den vorgeschlagenen Menschen als attraktiv zu definieren oder eben nicht. Findet der User die vorgeschlagene Person ansprechend und wählt dies auch innerhalb der App aus, muss er darauf warten, dass die Gegenseite ihn ebenfalls attraktiv findet – erst dann können beide miteinander chatten. Wenn gewünscht, können diese Vorgänge auch bei Facebook veröffentlicht werden und eine Synchronisation beider Portale beginnt.

Egal, ob iOs- oder Android – die Tinder-App gibt es für beide Systeme. Voraussetzung ist jedoch immer, dass der Flirt-App-Besitzer auch über ein Facebook-Profil verfügt. Die Installation von „Tinder“ ist kostenlos und ist sehr unkompliziert. Zusätzlich gibt es eine kostenpflichtige Premium-Version der App, die weltweite Profile anzeigt sowie Ablehnungen von Profilen wieder rückgängig machen lässt.

Über die jeweiligen App-Stores kann die Software als Download heruntergeladen werden. Das Profil innerhalb von „Tinder“ wird durch die Installation und die Verknüpfung zu Facebook automatisch erstellt. Die Freundesliste, der Vorname, Bilder und die berühmten „Likes“ auf diversen Seiten werden von „Tinder“ aus Facebook heraus übernommen. Auch Fotos aus anderen sozialen Netzwerken können einfach importiert werden. Das Profil kann zusätzlich mit weiteren eigenen Angaben ergänzt werden.

Nun kommt der spannendste Teil: die Partnersuche wird konfiguriert. Der Flirtwillige muss angeben, wonach er sucht (Geschlecht, Alter, Entfernung zueinander etc.). Und schon werden einem auch potentielle und zu den Angaben passende Partner inklusive Fotos, „Gefällt-mir“-Angaben, gemeinsame Facebook-Freunde und Namen angezeigt. Und das „Matching“ kann beginnen!

Das ist „Matching“:

  • ein Profil, basierend auf den konfigurierten Angaben, erscheint
  • wird diese Person des Profils als ansprechend empfunden, wird sie als „hot“ bewertet und der User kann das Bild des potentiellen Partners nach rechts wischen (auch „swipen“ genannt)
  • wird diese Person des Profils nicht als ansprechend empfunden, wird sie als „not“ bwertet und der User kann das Bild des potentiellen Partners nach links „swipen“
  • ein „Match“ entsteht dann, wenn sich zwei Personen gegenseitig „hot“ finden und beide Personen werden anschließend darüber informiert und eine Chat-Möglichkeit entsteht
  • Profile, die mit „not“ bewertet wurden, werden kein weiteres Mal angezeit und die Kontaktaufnahme wird auch nicht ermöglicht

„Tinder“ bietet viele Vorteile – von Anonymität bis zu Massen-Flirts

Es bedarf nicht viel um „Tinder“ zu nutzen und los zu flirten – lediglich einen Internetzugang und ein Moblitelefon. Egal, woher jemand kommt, egal, wohin jemand umzieht und egal, wo sich gerade jemand befindet – durch die GPS-Suche könen jederzeit Singles in der Nähe gesucht werden.

Wie viele Dating-Apps bietet auch „Tinder“ die tolle Möglichkeit, viele Personen in kürzester Zeit kennenlernen zu können. Überlegt man sich einmal, wie oft im Alltag eine Chance zum Flirten besteht, stellt man schnell fest, dass diese Möglichkeiten nicht zu Hauf auftreten. Im Internet und vor allem mithilfe von durchdachten Dating-Apps wird „Flirten am Fließband“ möglich.

Auch die Anonymität, die viele Dating-App-Nutzer besonders schätzen, sorgt auch hier für den nötigen Reiz. Jeder User entscheidet eigenständig, wie viel er preisgeben möchte und in welchem Maße er sich ehrlich präsentiert. Zusätzlich bietet das Internet-Flirten immer den Vorteil, dass nonverbale Kommunikation stattfindet da es keine Mimik und Gestik gibt. Scham, Angst, Unsicherheit oder auch Nichtgefallen können so versteckt bleiben – eines der beliebtesten Vorteile von Dating-Apps für die Flirt-Fans.

Für alle, die es eilig haben, ist „Tinder“ genau das Richtige. Die Anmeldung ist schnell und unkompliziert und bietet dennoch viel Input durch die Verknüpfung zum Facebook-Konto. Unnötiges Studieren von anderen Profilen aufgrund unzähliger Angaben über die eigene Person fallen weg – hier ist alles kurz und knapp.

Das „swipen“ unterstützt die erwähnte Anonymität zusätzlich und bietet zusätzlich Flirt-Spaß. Bei vielen Dating-Apps und Flirt-Börsen müssen Kontakte durch individuelle Anschreiben und somit Bekundung des Interesses an dem Anderen geknüpft werden. Dadurch müssen die Verfasser des Anschreibens zeigen, dass sie den Adressaten attraktiv finden oder interessant. Beim „hot“ oder „not“ wählen hingegen wird ein gleichzeitiges Attraktivfinden ermöglicht ohne dass sich einer von beiden „schämen muss“.

Insbesondere dadurch, dass nur als „hot“ bewertete Kontakte die Chat-Funktion nutzen können, kommt nahezu kein unangenehmes Gespräch zustande. Denn nur wenn das eigene Profil positiv bei einer anderen Person ankommt, kann dieser Kontakt aufnehmen. Beleidigungen oder negative Erlebnisse bezüglich des Aussehens fallen weg. Im Gegensatz zu anderen Flirt-Möglichkeiten im Internet ist dies besonders und gibt damit den Usern ein gutes Gefühl.

Psychologischer Effekt: Da die Nutzer von „Tinder“ nicht alle Singles auf einen Blick sieht, erscheint die Anzahl der potentiellen Traumpartner unbegrenzt. Die niemals enden wollende Anzahl an potentiellen Partnern suggeriert, dass bei „Tinder“ in jedem Falle „der oder die Richtige“ dabei sein müssen. Diese Tatsache macht die App zu einer der zehn beliebtesten Flirt-Apps. Die Beliebtheit der „Tinder“-App aufgrund dieses Fakts bestätigt auch eine andere Quelle (vgl. Iyengar & Lepper, 2000).

Der Spaß-Faktor ist bei dieser Flirt-App immens hoch im Gegensatz zu üblichen Dating-Seiten. Die Spannung vor jedem „swipe-baren“ Foto ist riesig. Es warten immer wieder Überraschungen und der erste Eindruck wird in kürzester Zeit von unheimlich vielen Menschen erzeugt. Dieser Flirt-Fun motiviert viele Nutzer zum häufigen Gebrauch.

„Tinder“ sorgte bei Kritikern auch für „Zunder“

Es gibt wohl keine Plattform, kein Medium und keine digitale Komponente, die nur Vorteile bietet – oder bei der zumindest Zweifler nicht krampfhaft nach Nachteilen suchen. Des Öfteren wird kritisiert, dass „Tinder“ sehr oberflächlich sei. Da keine aufwendigen Psychotests und poetische Angaben im klassischen „das mag ich“ und „das mag ich nicht“-Schema gemacht werden, sondern kurze und knappe Infos zu Flirts führen, empfinden einige Kritiker dies als tiefenlos. Zudem wird lediglich und ausschließlich das Aussehen beurteilt – „hot“ oder „not“ eben!

Des Weiteren gebe es wohl einen Sucht-Faktoren. „Swiping can be fun, even addictive“ (Ansari & Klinenberg, 2015, o.S.) lautet die Aussage. Da die App sehr spielerisch funktioniert und dies überwiegender als partnersuchend, sei der Suchtfaktor sehr hoch. Blömelburg nannte die App „Tinder“ 2015 eine „geniale Sexsuchmaschine“, da wohl einiges in der App bereits auf den ersten Blick auf oberflächliche Sex-Bekanntschaften hindeutet. Der Co-Gründer von „Tinder“ Jonathan Deen wurde auf die vermeintliche Oberflächlichkeit von einem Redakteur der Seite „Zu-Zweit.de“ angesprochen und teilte daraufhin mit, dass ein weiteres und tieferes Beschäftigen mit Profil-Besitzern in der Hand des Users liege.

Weiteres Manko: die Datensicherheit. Von jedem vorgeschlagenen Foto lässt sich bequem über das Smart-Phone ein Screenshot machen und damit dann über bestimmte Programme oder Online-Dienste das zugehörige Facebook-Profil suchen. Wer also eventuell beruflich über Facebook Networking betreibt oder einfach nicht alles von sich preisgeben möchte, sollte daher aufpassen oder ein „ungefährliches“ zweites Facebook-Profil für „Tinder“ einrichten – aber muss dann eben auch Funktions-Einbußen innerhalb von „Tinder“ in Kauf nehmen.

Zusätzliche Funktionen für noch mehr Flirt-Spaß

Vermutlich auch wegen der Kritiken, erhielt „Tinder“ nach ersten Tests in Australien dann letztes Jahr den „Super Like“ raus. Zusätzlich zu „hots“ und „nots“ können nun auch „Super Likes“ vergeben werden, der sich nicht rechts und links wischen lässt, sondern mittig in Form eines Stern-Symbols. Wird der „Super Like“ gedrückt, soll damit gezeigt werden, dass ein vorgeschlagenes Profil besonders gut gefallen hat. Der Besitzer des Profils, welches den „Super Like“ verursacht hat, kann sogar sehen, wer ihm diese besondere Bewertung gegeben hat. Damit soll erreicht werden, dass in den großen Massen von möglichen Partnern wenigstens ein paar von Ihnen etwas „fester gehalten werden“. Bedauerlicherweise kann nur täglich ein „Super Like“ vergeben werden – außer es wird die zahlungspflichtige Premium-Version genutzt.

Die fünf wichtigsten Tipps für „Tinder“-Nutzer:

  1. Da das Prinzip von „Tinder“ auf der Bewertung von Äußerlichkeiten beruht, sollte auch für das eigene Profil nur DAS Foto hochgeladen werden – as best as you can!
  2. Diese Flirt-App ist nicht für Langweiler, Büroangestellte oder schüchterne Mauerblümchen. Bilder, die diesen Eindruck erwecken, sollten also vermieden werden.
  3. Da nicht nur Hauptfotos hochgeladen werden sondern auch zusätzliche Alben-Fotos, ist es ratsam, auf den unterschiedlichen Bildern auch verschiedene Dinge von sich zu zeigen, wie z.B. Bilder vom Sport oder mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken.
  4. Sollte es „Matches“ geben, ist es zu empfehlen, persönliche Nachrichten in Chats besonders aussehen zu lassen – denn bei der Menge der Profile muss man auffallen!
  5. Wer wirklich mit einer anderen Person ins Gespräch gekommen ist und die „Chemie stimmt“, sollte auch zeitnah auf Whatsapp oder direkt auf das Telefonat gewechselt werden. Auch ein relativ zügiges Treffen ist bei allen Online-Bekanntschaften zu empfehlen – selbstverständlich auf neutralem Boden. Das schnelle „reale“ Kennenlernen ist von großer Bedeutung und erspart Enttäuschen nachdem längere Zeit Gefühle und Mühe in Online-Gespräche gesteckt wurden.

Jeder sollte sich im Klaren sein, wonach er sucht, was er bereit ist zu geben, was er mitbringt und was sein Ziel ist. Mit diesem Wissen gepaart mit Neugier und Unvoreingenommenheit, kann jede Dating-App zum Erfolg werden. Grundsätzlich sollte jeder für sich ein Urteil fällen, welche Flirt-App oder Dating-Börse für ihn die richtige ist. Auch bei „Tinder“ kann das Flirten zu Erfolg führen und dabei richtig Spaß machen – wenn man ohne Vorurteile und ohne zu große Erwartungen an die Sache geht. Es sollte jedem „Tinder“-Nutzer bewusst sein, dass die App darauf beruht, dass in wenigen Sekunden ein anderer Mensch nur durch das optische Erscheinungsbild ein „Ja“ oder „Nein“ bekommt und dies ohne zusätzliche Bezahlung für die Premium-Version auch nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Demnach sollte jedem genauso bewusst sein, dass die eigene Person auch von etlichen Personen in kürzester Zeit nur aufgrund des Aussehens bewertet wird. Sind viele, schnelle Bekanntschaften gewünscht und somit „die Suche der Nadel im Heuhaufen“ als Ziel gesetzt werden, kann das Flirten und das „Hot“ und „Not“-Swipen extremes Vergnügen bereiten – und im Idealfall auch zum Traumpartner führen. Da „Tinder“ keine großen Anmeldungsprozesse und ausführlichen Persönlichkeits-Checks voraussetzt, gibt es auch viele Profil-Besitzer, die nur kurze Abenteuer suchen und lediglich auf das Aussehen achten. Aber wie auch im realen Leben, liegt es an jedem selbst, wie er sich präsentiert, wie nah er jemanden an sich heran lässt, wie er auf andere wirkt und wie er Flirten definiert und einsetzt.

„Tinder“ ist eine der beliebtesten Dating-und Flirt-Apps der deutschen Flirt-Begeisterten. Die in Amerika gegründete App ist ideal geeignet für schnelles und gezieltes Flirten und sie bietet viel Spaß durch das „Hot oder Not“-Prinzip. Insbesondere Menschen, die bei der Partnerwahl in erster Linie auf das Aussehen achten und auch Frauen, die richtig Lust aufs Flirten haben, werden hier auf ihre Kosten kommen. Nach einer Studie des Instituts Fresenius haben Frauen eine überdurchschnittliche Erfolgschance von 157% auf sexuelle Kontakte.

Empirische Werte zu „Tinder“ liegen nur wenige vor, dennoch gibt es in jedem Falle Vor- und Nachteile bei der Dating-App. Wer Spaß sowie Flirts sucht und sein Ego durch positive Resonanzen auf das eigene Aussehen pushen möchte, wird die App lieben. Wer die große Liebe zum Heiraten sucht, sollte eher in der Realität auf die Suche gehen. So oder so: eigene Erfahrungen sollte jeder selbst machen – und nur weil jemand positiv auf das eigene Erscheinungsbild reagiert, muss es nicht immer automatisch sein, dass dieser Mensch oberflächlich ist und nicht auch nach einem einfachen „Hot“ der Anfang von etwas ganz Großem enstehen kann.